wieder was von Siegmund
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Im Februar gab es 2 interessante Treffen zum Thema See und Seewinkel.
Am 6.2. organisierte der Verein http://www.zukunftsee.at und foster europe einen Workshop "Neue Wege im Wassermanagement" in Neusiedl.
Der Verein http://www.zukunftsee.at wird von Esterhazy unterstützt, betreibt eine sehr informative Homepage und möchte lobbying betreiben für eine positive Entwicklung von See und Seewinkel in Zeiten des Klimawandels.
Auch die Stiftung https://www.foster-europe.org/ möchte durch Vernetzten von know-how, Bewusstseinsbildung aber auch durch Koordination von Personen und Wissen positiv beitragen.
Bewusstseinsbildung und Engagement für den langfristigen Erhalt des Sees, genau das hat bis dato immer gefehlt. Daher kann es nur positiv sein, wenn sich diese beiden Institutionen hier betätigen.
Am 6.2. gab es gute und interessante Vorträge von kompetenten Personen vor allem zur Grundwassersituation Seewinkel, aber irgendwie war mein Eindruck, dass wir noch ganz am Anfang stehen.
Die Vorträge sieht man hier: https://zukunftsee.at/a/neue-wege-im-wassermanagement/
Für den Rückhalt von Wasser im Seewinkel wurden schon ein paar konkrete Maßnahmen umgesetzt: Vorhandene, nicht mehr funktionierende Wehre wurden instandgesetzt, neue errichtet. Vielen Dank an alle hier Beteiligten, die Wirkung dieser Arbeiten sind bereits sichtbar.
Soweit ist man beim See noch lange nicht.
Am 24.2. gab es einen sehr interessanten Vortrag von DI Thomas KNOLL zum Thema "Seemanagement - Aktueller Stand der Aktivitäten". Organisiert wurde der Vortrag von BYC und OeSV.
Herr Knoll von https://www.knollconsult.at/ erklärte sehr anschaulich, dass der Neusiedlersee eigentlich seit Jahrhunderten keine Naturlandschaft mehr ist, sondern eine Kulturlandschaft, vergleichbar den Almen. Seit Bestehen des Sees kamen durch Hochwässer von Donau, Rabnitz, Ikva etc. regelmäßig enorme Mengen an Flusswasser in den See. Erst durch Regulierungen in den letzten Jahrhunderten wurde dies unterbunden, durch Bau des Einserkanals wurde der Süden in weiterer Folge weitgehend trockengelegt.
Erst danach konnte sich das Schilf derart ausbreiten und der See wurde so, wie wir ihn heute kennen.
Die Einstellung "ja nicht eingreifen" oder den "See einfach austrocknen lassen" widerspricht ganz klar den geltenden Naturschutzgesetzen. Die gerne durch die Medien geisternden Horrormeldungen wie schlecht Donauwasser für den See sei, konnte Hr. Knoll nachvollziehbar und mit logischen Argumenten entkräften.
Ließe man den Wasserstand längerfristig unter 115,2 müA fallen, würde sich der Schilfgürtel in einen Wald umwandeln und die verliebende Wasserfläche komplett verschilfen. Diese Untätigkeit würde aber den Naturschutzgesetzen widersprechen. Handlungsbedarf ist per Gesetz sozusagen vorgeschrieben.
Herr Knoll gab sich optimistisch, dass im besten Fall, wenn alles gut geht, eine Fertigstellung der geplanten Donauzuleitung schon in 5 Jahren sein könnte. Hürden wie sich schleppende Einigungen mit Grundbesitzern oder rechtliche Einsprüche hielt er für lösbar. Auch der Umstand, dass die Donau internationales Gewässer ist und eine Ausleitung die Zustimmung der Anrainerstaaten bedarf sah er als machbar an. Die Leitung in den See von ca 1 m3/s wäre aber nur ein Nebenprodukt, die Hauptaufgabe wäre die Wasserversorgung für die Landwirtschaft in NÖ und BGLD. Erst bei Bedarf, bei Pegeln unter 115,2 müA würde Wasser in den See geleitet. Wichtig ist aber, dass diese Möglichkeit rechtzeitig vorbereitet wird, man darf keinesfalls zuwarten, bis es zu spät ist.
Ich bin mir nicht sicher, wieviele Menschen den Optimismus teilen, dass eine Fertigstellung schon in 5 Jahren möglich sei. Es klingt eher nach politischem Wunschdenken. Bedenklich stimmt, dass über die Donauzuleitung schon seit Jahrzehnten diskutiert wird und es bis jetzt nur wenig oder gar keinen Fortschritt gab. Noch Anfang 2023 war die Moson-Donau Zuleitung politischem Wunschdenken zufolge 2 - 4 Jahre vor Fertigstellung. Nur wenige Monate später wurde diese Variante dann komplett verworfen und man musste erneut ganz von vorne beginnen. Politisches Wunschdenken entspricht leider nicht immer der harten Realität.
Die Donauzuleitung wäre prinzipiell eine sehr gute Lösung für Landwirtschaft und Absichern des Sees, die Nebenwirkungen sind überschaubar und allemal besser als ein Verschwinden des Sees.
Der größte Nachteil bleibt die Unsicherheit wann und ob sie überhaupt realisiert wird.
Dieses Risiko ist viel zu hoch, daher sollte man sich parallel dazu nach Alternativen oder "Zwischenlösungen" umsehen.
Diese könnten meiner Meinung nach so aussehen:
a) Verdunstungsmanagement aufbauen, dies hätte enormes Potential, besonders in heißen Jahren. Ein Umdenken ist aber dringend erforderlich, Wissenslücken zu Verdunstung wären zu schließen, der Umgang mit dem Schilf sollte überdacht werden.
b) Wassermengen vom Einserkanal (Ikva, Kardos-er, Repce) genauer evaluieren. Gutes Verhandlungsgeschick mit unseren ungarischen Nachbarn könnte weiterhelfen.
c) Überschusseinspeisung aus der Leitha evaluieren: Diese könnte auch die Bauphase 1 der Donauzuleitung darstellen, wäre aber viel schneller und einfacher realisierbar.
d) Planung der Donauzuleitung weiter vorantreiben, aber ehrlich kommunizieren, dass im schlimmsten Fall die Realisierung Jahrzehnte dauern oder gar zu spät kommen könnte.
mehr unter:
http://www.siegmund.one/?pk_campaign=eM110324
Leiten Sie diese info gerne an Personen weiter, die am See interessiert sind.
freundliche Grüße,
Ing. Herbert Siegmund
Hausgärten 35, 7141 Podersdorf, 0680 3358220 h@siegmund.onehttp://www.siegmund.one/?pk_campaign=eM110324
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