Die in Deutschland typ. Tabletten gegen Nagelpiz enthalten Wirkstoffe wie Terbinafin oder Itraconazol und werden über mehrere Monate eingenommen. Bei hartnäckigen Pilzinfektionen kann auch Fluconazol zum Einsatz kommen, das dann sechs bis zwölf Monate lang eingenommen wird.
Kurzer Block in die Literatur sagt - sehr seltene Komplikationen - aber halt bechrieben. Daher soll ein Hautarzt die Indikation für die Tabletten-Therapie stellen.
Herzinsuffizienz:
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA1 warnt vor Herzinsuffizienz unter Einnahme des Azolantimykotikums Itraconazol (SEMPERA, SIROS). Neue Untersuchungen mit gesunden Probanden und Tierversuche weisen auf einen die Kontraktionskraft des Herzmuskels schwächenden (negativ inotropen) Effekt von Itraconazol hin, der nach Absetzen abklingt.1,2 Die Sichtung von Post-marketing-Verdachtsberichten nach Erkennen dieser Nebenwirkung ergibt für den Zeitraum von September 1992 bis April 2001 94 Meldungen an die FDA über Patienten, die unter der Einnahme von Itraconazol Symptome einer Herzinsuffizienz entwickeln. Bei 58 der 94 Berichte hält die FDA eine ursächliche Beteiligung von Itraconazol für wahrscheinlich. 28 dieser 58 Patienten müssen stationär aufgenommen werden, 13 versterben, darunter 10 Patienten mit schwerer Grunderkrankung. 26 haben das Mittel wegen Nagelpilz eingenommen.
Leberschäden:
Die FDA warnt außerdem vor schweren Leberschäden unter systemischer Behandlung von Nagelpilz mit Itraconazol oder Terbinafin (LAMISIL; vgl. a-t 1999; Nr. 3: 31-2). Auch Patienten ohne schwere Grunderkrankung und ohne vorbestehende Leberschädigung können betroffen sein. Der Behörde gingen bis April 2001 16 Berichte über Leberversagen in Verbindung mit Terbinafin zu, zwei Patienten benötigen ein Lebertransplantat, elf versterben. Zu Itraconazol liegen der FDA 24 Berichte vor, darunter ebenfalls elf Todesfälle. Etwa die Hälfte der Patienten hat das Mittel wegen Nagelpilz oder Pilzerkrankungen der Haut eingenommen. Der Verordnung einer systemischen Therapie gegen Nagelpilz soll wegen der Risiken eine mykologische Bestätigung der Diagnose vorausgehen.1