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Kavitations-Finne

  • MS_Michi
  • 19. Juni 2025 um 19:32
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    • 19. Juni 2025 um 19:32
    • #1

    Die Motivation zu der „Kavitations-Finne“, bei mir heißt sie „Hyper“.

    Entweder wird sie Hyper gut oder ist eine super Totalschaden…


    Anbei ein Schaubild zum Thema Widerstand bei Profilen, das war die Motivation dazu.


    Bei folgenden Themen habe ich meinen Weg gefunden:

    Anströmkante & Oberflächenrauigkeit

    Beim Profil und Outline werde ich noch etwas neues testen ( liegt fertig in der Schublade )

    Der Widerstand an der Abrisskante war der Grund drüber nach zu denken was man besser machen kann.

    Ein Vorardenker zu dem Thema war Erik Beale. Dieser hat versucht über eine stupfe Abrisskante, die von oben belüftet wird, den Widerstand zu verringern. Funktioniert hat es nicht.

    Der Grund warum ich das Thema unter dem „Deckel“ gehalten habe.

    Gasoil Fins mit Paskal Makka hat letztes Jahr an etwas ähnlichem gearbeitet, allerdings auf Speedasy Basis. Sie haben versucht über belüftete seitliche Abrisskanten auf der Leeseite den Widerstand zu verringern. Ob ihnen das gelingt ist mir unbekannt.

    Nachdem dort darüber gesprochen wurde, dass ich an etwas ähnlichem arbeite, habe ich keine Infos mehr raus gegeben…….

    Meine gewünschte Lösung auch für sym Profile:

    Luft von oberhalb des Surfboards soll den Unterdruck und Randwirbel hinter der Abrisskante auflösen.

    Ziel: Slalom / Speed Bereich


    Ich werde, wie ich dazu komme, weitere Infos dazu geben, habt aber Verständnis, dass ich nicht alles im Detail beschreiben werde.

    Das Thema lebt jetzt seit Herbst 2023, Ziel geplant 2026

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    • 19. Juni 2025 um 20:38
    • #2

    Ich bewundere es, wenn jemand solche Ideen verfolgt und probiert es umzusetzen. Vor allem nur mit einfachen Mitteln, das ganze auch noch dokumentiert, auch auf die Gefahr, dass nicht alles so funktioniert wie die ursprüngliche Idee/Vorstellung war. 👍🤙

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  • MS_Michi
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    • 21. Juni 2025 um 10:26
    • #3

    Nächster Block, Laminieren…ich versuche mich kurz zu halten


    Die Idee war „einfach“, in eine übliche MS-Finne müssen in das Laminat senkrechte Röhren rein ( Tubes ) die die Luft nach unten bringen, von den Tubes führen dann Channels die Luft zur Abrisskannte.

    Es ging somit „nur darum“ einen geeigneten Platzhalter mit ein zu bauen, den man hinterher entfernen kann. Das hat etwas gedauert, viele Finnen sind mit Platzhalter auf den Schrott gewandert.

    Nachdem das Problem halbwegs sicher gelöst war, stellte sich ein überraschendes Problem ein, die Finnen waren zu hart. Eigentlich sollten sie so flexen wie die bestehenden X6 bzw. X7.

    Durch das Einlegen des Platzhalters, wurden die Finnen um wenige zehntel mm dicker, somit auch härter. Nachdem das klar war, haben ich z.B. mit einer dünneren X6 Form eine Finne mit X7 Abmessungen und den Kanälen laminiert, incl. der gewohnten Laminatanpassung von X6 auf X7.

    Nächste Überraschung: Sie sind immer noch zu hart… Der Verdacht liegt nahe, durch die Profilierung im Kern wird die Finne härter. Bedeutet also, das Laminat muss erneut angepasst werden, wie bereits von X6 auf X7 kommt jetzt noch die Anpassung für den Kern dazu.

    Nachdem es mir somit nur möglich war mit der X6 Form eine X7 Hyper zu laminieren, habe ich im letzten Winter eine dünnere somit „X5“ Urfinne und Form gebaut.

    Die letzte Version war somit eine X6 Hyper. Wie üblich, muss man sich mit dem Laminataufbau erst mal an den Aufbau heranarbeiten um auf die gewünschte Härte zu kommen.

    Im Ergebnis sind daraus 4 Finnen entstanden, die längeren waren noch weich bis sehr weich, die medium dann mit der gewohnten Härte.

    Eine weitere Rolle spielt die Dimensionierung der Tubes und Channels. Bei diesen Finnen habe ich beschlossen mehr ins Risiko zu gehen, im Fall der zwei längere habe ich 4 Tubes eingebaut die auf 13 Channels gehen. Auch die Aufteilung Channel / Steg zum nächsten Channel habe ich auf nahezu 1:1 gemacht. Versorgt wird nur der obere Teil der Finne ( ca 2/3 ), nach unten wird diese zu dünn um die Kanäle ein zu bauen. ( Channel Auslass ca. 0,5 x 7mm )

    Fahrgefühl der langen Finnen, super geil… Die Finnen sind dünn ( wie X6 ) dadurch, dass sie weich sind gleiten sie auch extrem gut und früh, der Widerstand ist deutlich reduziert gegenüber den vorhandenen Finnen. Die Geschwindigkeiten lagen auch um 1-2knt höher als bei den konventionellen Finnen. Auch wenn ein 1:1 Vergleich bisher auf Grund der Bedingungen nicht möglich war sieht es sehr gut aus. Die medium Finnen laufen komplett unauffällig, sehr ruhig im oberen Speed.

    Vom Prinzip her erwarte ich, dass die Finnen bei mehr Geschwindigkeit einen Vorteil haben, nachdem dann die Sogwirkung stärker wird.

    Es passiert was passieren musste / konnte, die längste und weichste Finne ist nach 530km gebrochen. Also, zu extrem gebaut, neuer Versuch diesmal etwas konservativer: Laminat anpassen und verstärken, Tubes reduzieren von 4 auf 3 auch den Durchmesser reduzieren, Winkel der Channels zu Abrisskante ändern…. ( wie viele km ich damit fahren muss um zu wissen ob sie hält….keine Ahnung )

  • MS_Michi
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    • 24. Juni 2025 um 18:07
    • #4

    Nächster Block, das Luftsystem

    Die Anforderung ist klar, minimale Änderungen am Brett, die Finne muss dicht im Brett verbaut sein, so dass kein Wasser nach oben ausweichen kann, in die Luftkanäle darf kein Wasser eindringen.

    Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass das am Unterwasserschiff vorbeifließende Wasser, bei einer Undichtigkeit Luft von oben zieht. Das ist nicht so, der Druck auf der Finne ist so groß dass das Wasser nach oben abfließen würde und zu einem Leistungsverlust an der Finne führt. ( Somit gehe ich davon aus dass die zuvor beschriebene Gasoil Finne eher nicht funktioniert.)

    Ich habe viel Zeil damit verbracht Dichtungen aus Silicon zu gießen, um die Finne wie oben beschrieben im Brett zu montieren. Unglücklich sind mehrere Probleme zeitgleich aufgetreten. Eine Zeitlang war es auffällig, dass in den Schraubbechern des Bretts immer Wasser war und mir nicht klar war ob dieses von oberhalb des Bretts oder von unterhalb kam. Ebenso musste ich lernen, dass die Form der Luftauslässe den Sog wesentlich beeinflussen. Es war tatsächlich das Problem, dass die dünne Seitenwand am Luftauslass durch den Druck so stark gepresst wurde, dass die Auslässe im Grunde verschlossen wurden. Um herauszufinden ob das Wasser in den Schraubbechern von oberhalb des Bretts kommt habe ich diese zeitweise mit Siliconstopfen mit Entlüftungsrohr gedichtet. Nachdem ein ordentlicher Wasserstrahl aus den Rohren herauskam, war klar dass die Dichtung dem Druck nicht standgehalten hat.

    Also, ……neue Abdichtung, neues Prinzip wie die Luft zu den Tupes kommt, neue Form der Auslässe.

    Aktuell funktioniert es ganz gut.

    Vermutlich wird das Luftsystem und die Dimensionierung ( Durchführung Brett – Tuttle Kopf & Dichtung - Tupes – Channel ) in der Zukunft noch eine grosse „Spielwiese“ sein um etwas zu verändern. Wie sich die Reduzierung der Tubes bei den neuen Finnen auswirkt, wird der nächste Lago Test zeigen.

    Das Anpassen der Finne an das Brett funktioniert wie folgt:

    Finne mit der Tuttlebox an das Brett anpassen dass sie 1-2mm zu tief in der Box sitzt. Danach wird die Dichtung eingesetzt und so lange angepasst bis die Finne bündig im Brett sitzt.

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    • 24. Juni 2025 um 20:35
    • #5

    Nur als Nachfrage / Idee… wenn noch nicht ausprobiert

    Kannst du nicht evtl in den Finnenkasten, 1-2 Lagen Neopren o.ä. Drunterlegen, das wird zusammengepresst & sollte ausreichend abdichten

    Ich DENKE, das über die Seitenwände selber nix an Luft / Wasser gezogen wird.

  • MS_Michi
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    • 25. Juni 2025 um 07:44
    • #6
    Zitat von Silversurfer

    Nur als Nachfrage / Idee… wenn noch nicht ausprobiert

    Kannst du nicht evtl in den Finnenkasten, 1-2 Lagen Neopren o.ä. Drunterlegen, das wird zusammengepresst & sollte ausreichend abdichten

    Ich DENKE, das über die Seitenwände selber nix an Luft / Wasser gezogen wird.

    Da werde ich sicher noch etwas ausprobieren, ich brauche ein Dichtungsmaterial das etwas toleranter ist und einen größeren Bereich abdeckt ( so 2-5mm wäre ganz gut. ). Die jetztige Dichtung ist so hart, die wird auf eine Höhe angepasst und das wars dann.

    Die Tuttle Seitenwand ist nicht dicht, steck mal eine Finne rein, leg das Brett mit der Finne nach oben und drück kräftig seitlich gegen die Finne, Du wirst sehen wie sich der Spalt verändert.

    Die Dichtung muss somit auf die Oberseite der Tuttlebox

  • Silversurfer
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    • 25. Juni 2025 um 09:48
    • #7

    ... deshalb ... in der Tuttlebox unten = Finne oben ... wieviel Druck die dann aushalten muss :/ vor allem, wenn diese auch zusammengepreßt wird ...

    sieh zu ... bin gespannt, ob & wie gut das System wird :)

  • MS_Michi
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    • 27. April 2026 um 19:49
    • #8

    Der letzte hier beschriebe Stand der Hyper war vom letzten Herbst, viel hat sich nicht geändert.

    Das Problem mit den Dichtungen hat sich schon angebahnt, ich wusste ich brauche anderes Dichtungsmaterial. Als neues Problem ist jetzt aufgetaucht, dass manche Bretter keine runden, sondern ovale Löcher für die Finnenschrauben haben und somit die Löcher nicht komplett abgedichtet wurden.

    Somit blieb nur eine unglückliche Lösung, ich fräse jetzt Dichtungen aus Gummi und PVC. Dadurch bin ich auch etwas flexibler mit der Outline der Dichtungen und kann diese an die ovalen Löcher besser anpassen.

    Von der Finne her hat sich nichts geändert.

    Die Rückmeldungen zu den Fahreigenschaften decken sich bisher.

    Die Finnen fahren besser an, sind mehr slippery. Das Profil läuft im unteren Speed stabiler als die normale vergleichbare Finne, in dem Fall die X6. Der Widerstand reduziert sich. Bei Tests konnte ein Geschwindigkeitsunterschied von 1-1,5 knt gemessen werden. Ich habe sie mit Vergleichsfahrern getestet und die Hyper war immer die schnellere Finne. Wobei sicherlich „glattes“ Wasser von Vorteil ist um den Vorteil zu nutzen.

    Was bisher noch abging waren die Bedingungen für Topspeed. Diese hatte ich letztes Wochenende am Walchensee. Mit dem 85cm FMX, P1 AC1 LTD 8,8 und einer H6 43cm waren 35knt Vmax und 33knt auf 500m möglich. Auffällig war die Laufruhe und Kontrolle, ich hatte nicht den Eindruck dass es kritisch war.

    Aus meiner Sicht funktioniert das Hyper Prinzip. Nachdem ich aber von der X6.2 ( anderer Bericht in diesem Forum ) recht begeistert bin, werde ich auf Basis der X6.2 als Hyper weiterarbeiten.

    Fortsetzung folgt……

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