Torx hat unbestritten Vorteile: Die Geometrie ermöglicht eine sehr gute Kraftübertragung, geringe Radialkräfte und hohe Drehmomente. Deshalb ist Torx bei sauberem, unbeschädigtem Werkzeug eine hervorragende Antriebslösung.
In einer feuchten Umgebung sieht die praktische Bilanz jedoch etwas anders aus. Bei einem Werkzeug, das dauerhaft Feuchtigkeit und Korrosion ausgesetzt ist, können die relativ feinen Torx-Loben an den Kontaktstellen korrodieren. Dadurch wird die ohnehin präzise Passung schlechter. Beschädigte oder korrodierte Loben können dann unter hoher Belastung ausbrechen bzw. abscheren.
Ein weiterer praktischer Nachteil ist die Empfindlichkeit gegenüber nicht exakt axialer Belastung. Torx funktioniert optimal, wenn Bit und Schraube sauber und gerade ausgerichtet sind. Bei beschädigtem Werkzeug, Verschmutzung oder schräger Belastung kann die tatsächliche Kontaktfläche deutlich kleiner werden. Selbst Hersteller technischer Antriebssysteme weisen auf die notwendige Ausrichtung und die Empfindlichkeit gegenüber Toleranzen hin.
Für eine feuchte Werkzeugkiste, beispielsweise im Camper oder Boot, ist deshalb ein guter Innensechskant (Inbus)nicht zwangsläufig schlechter – im Gegenteil: Die einfache, robuste Geometrie ist weniger filigran und lässt sich leichter reinigen und von Korrosion befreien.
Für wirklich hohe Belastungen bleibt außerdem der Außensechskant mit einer 6-Kant-Nuss für mich die robusteste Lösung: große Kontaktflächen, sehr unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Verschmutzung und weniger kritisch bei der Ausrichtung.