Beiträge im Windrange-Erweiterungs-Thread gingen in stark in diese Richtung.
Darum bitte dieses Wissen hier teilen/diskutieren.
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Für riggfaule: Nicht nach dem aktuellen Wind sondern der glaubhaftesten Prognose riggen.
Wir sind oft früh am Spot (da wenige Parkplätze) und alle sind heiss, aufs Wasser zu gehen. Riggen also nach dem momentanen Wind und kommen dann eine halbe Stunde später überpowered vom Wasser. Lieber also entweder etwas länger zuwarten oder kleiner riggen und ggf. etwas dümpeln am Anfang. Dafür ist man später gut dabei.
Wetterbericht studieren. Wie entsteht der Wind? Front, Thermik oder Höhenströmung? Sind Gewitter angesagt? Wird es kurz und heftig oder lang und gleichmässig? Wie ist die aktuelle Situation upwind? Wir können immer auf die Webcams in der Westschweiz schauen und wissen so, was auf uns in etwa zukommt.
Wetter live beobachten. Gibt es komische Wolkenstrukturen? Ziehen die Wolken gar in eine andere Richtung als der Grundwind? Sieht es nach Regen/Gewitter aus oder bleibt es sonnig und gleichmässig?
Wasserlinie beobachten. Ist es upwind dunkel? Hat es mehr/weniger Schaumkronen? Sieht man, ob es löchrig/böig ist oder gleichmässig?
Spotkenntnis. Manchmal gibt es an gewissen Stellen eine Düse und somit mehr Wind. Rigge ich nun nach Düse oder Grundwind (z.B. Urnersee Thermik: 15kn Grundwind über den See, 25kn am Felsen)?
Auf andere schauen. Nicht immer der beste Tipp, aber gibt einem manchmal einen Anhaltspunkt. Vielfach erlebt: Während alle 4.7 auf Wave fahren kommt bestimmt der eine Typ daher und will ein 8er.
Korrekte Einschätzung des eigenen Könnens. Nur weil der Slalomfahrer mit Segelnummer 7.8 fährt, kann ich als Freeride-Aufsteiger nicht auch so gross fahren.
Die grösste Gefahr bei uns auf dem See sind immer Regen-/Gewitterfronten. Ansonsten ist man selten plötzlich überpowered, wenn man einigermassen das richtige Segel gewählt hat.
Wir haben wohl alle schon mal daneben gegriffen. Gehört dazu. In dem Fall kann man aber versuchen, durchzubeissen (wenn obere Grenze und sicheres Revier) oder aktiver zu fahren (wenn untere Grenze). Extremsituation können auch sehr lehrreich sein und bringen dich weiter, wenn du sie meistern kannst. Bei uns ist der Wind selten konstant, da haben wir eigentlich immer das "falsche" Segel drauf. Wenn du versuchst, dich mit der Situation zu arrangieren, wird es plötzlich einfacher und man kann sogar Spass haben. Manchmal dümpel ich 30-40 Minuten, bevor es wieder kommt. Dann mach ich halt ein bisschen Low-Wind Tricks, singe oder schweife mit den Gedanken in Alltägliches ab. Jeder, der denkt "oh, eine Helitack würde ich schon gerne mal können" -> Das ist der Moment zum Üben, sonst macht man es nämlich nie!
Ansonsten, 4.8 passt immer ![]()
Ich bin auch aus Parkgründen oft früher am Spot, jedenfalls bevor der Wind sich voll entwickelt hat.
In der Regel schaue ich erstmal was los ist und was eventuell andere schon aufgebaut haben und wie die damit fahren, wobei es durch Foiler noch schwieriger wird zu beurteilen, ob der Wind schon reicht.
Als Leichgewicht baue ich immer etwas kleiner auf, oft auch gleich zwei Riggs.
An der See ist es glücklicherweise so, daß man zusammen mit der Vorhersage und eigenen Spotkenntnissen doch ziemlich sicher das Material wählen kann.
Nur bei ablandig, was ich eigentlich gar nicht mag, habe ich mich schon gut vertan, sprich zu groß.
Gut geschrieben sheshe
Regen-/Gewitterfronten sind manchmal das Einzige mit dem man auf's Wasser kommt ...
Wer den Vergleich an Land sucht: Nicht nur Segelgröße ablesen, sondern rasch sich ein Gesamtbild von jenem Surfsystem machen samt Segeltyp, Segeltrimm, Boardgröße und Körperbau.
Bonustipp: Leute auch ansprechen: Manch Freestyler wird Dir dann sagen, er nimmt 4.8, weil er gar nichts größeres hat! - Du aber als Aufsteiger seiner Meinung nach ruhig 5.5 nehmen kannst.
Ja, man muss genau hinschauen wessen Material man als Vergleich herzieht.
Meine Erfahrung ist, dass Frauen überwiegend eher (zu) klein aufriggen und Männer, besonders im besseren Anfängerbereich, eher zu groß und dann mit offenem Segel rumfahren.
Daher schaue ich am liebsten bei ein paar Bekannten, was die aufbauen, aber im Regelfall passt meine Materialvorstellung.
Ich bin absolut bei sheshe , genau so handle ich auch.
Wie oft war ich schon mit zu klein am Wasser und bin eine Zeit lang herum geeiert bis wieder Wind gekommen ist, ich mache es auch so, Basic´s und nochmals Basic´s mit zu kleinem Board.
Am Lago bei Peler habe ich mich oft verschätzt und bin mit 8,2 raus, draußen merkt man das 7,2 schon sehr gereicht hätte. Ich versuchte mich durchzubeißen, das war es was hinten raus geholfen hat meine Technik weiter zu verbessern.
Jetzt machts Spaß, man lernt sein Material und den Trimm am Segel, den man an Land gewählt hat, kennen. Damals hatte ich noch keine Power XT, da war es gut etwas zu warten, zu gucken und dann den Trimm zu wählen. Ich mach es auch mit der XT so, wenns nicht unbedingt sein muß, trimm ich am Wasser nimmer nach.
Man kann mit einer Segelgröße was Windrange betrifft weit kommen. Es braucht aber Zeit und etwas Mühe zu wissen was wie und wann funktioniert. Wasserzeit ist wichtig dabei und Geduld.
Ich schau auch auf andere und aufs Wasser, kenne die Prognose, aber wenn es dann doch anders kommt und ich „falsch“ aufgerriggt habe, mache ich das Beste draus. Hauptsache ich bin am surfen, ich habe Spass.
Am schwierigsten für mich sind überpowerte Bedingungen, wenn die Böen viel stärker als erwartet reinkommen … ich kann dann das Segel nur noch viel zu offen fahren. Am Ufer ändere ich in dem Fall das Segeltrimm und nehme eine kleinere Finne. Ich rigge inzwischen eher etwas grösser auf und nicht mehr zu klein. Einmal bin ich mit 6.2 Patrik Ride raus, ein Testsegel das ich nicht kannte und mein erstes Freeridesegel, wo ich gefahren bin. Beim rausgehen waren es 3 Bft. Grundwind plus ein paar vereinzelte Böen... ich war schön im gleiten. Keine 15 Minuten später war der Grundwind bei 4, die Böen bei 5 Bft .. bin trotzdem noch weiter gefahren, paar mal hin und her und anschliessend auf mein 4.7 Naish gewechselt, mit welchem ich dann schneller war, als mit dem 6.2 . Meine Schlussfolgerung viel zu grosses Segel bringt mir nicht viel, plus ist zusätzlich anstrengender, da schwerer.
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