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Regen, Wind, Böen - Wettersituationen

  • David1234
  • 8. Dezember 2024 um 19:12
  • David1234
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    • 8. Dezember 2024 um 19:12
    • #1

    Moin zusammen,

    wir haben es bestimmt alle schon mal erlebt: Es gibt Orte und Wetterlagen, wo Regenschauer mit Böen zusammenfallen.

    An dem Ort, wo ich gerade bin - Galizien - war das gestern und heute extrem: Unmittelbar nach Beginn eines Regenschauers setzte stets eine Böe ein, die sicher ein bis zwei Windstärken über dem sonstigen Wind lag, und blies dann ziemlich durchgehend bis zum Ende des Schauers und hörte dann mit dem Regen genauso unvermittelt wieder auf.

    Mich würde interessieren, welche Physik hinter diesem Phänomen steckt - vielleicht hat ja der eine oder die andere eine Idee oder weiss das sogar? Online habe ich dazu erst mal nix gefunden...

    Besten Dank!

  • Surfer63
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    • 8. Dezember 2024 um 20:29
    • #2

    Da hast Du Glück gehabt, oft setzen die Böen weit vor der Wolke und dem Regen ein, wenn man noch gar nicht damit rechnet. Nennt sich Böenwalze.

    Neben der Windstärke ändert sich auch die Windrichtung leicht durch eine Böe.

    Im Schauer entsteht die Böe durch eine vertikale Luftbewegung nach unten, die durch die Bewegung von Regentropfen und oder Hagel verursacht wird, der normale Grundwind der Wolke verändert die vertikale Bewegung, dadurch trifft die Böe schräg von oben auf das Wasser.

    Je höher die Schauerwolke ist, desto stärker kann die Böe ausfallen, sieht man ja bei Gewitterwolken sehr gut.

    Verstärkungen können auch durch Temperaturunterschiede Wolke, Luft, Wasser ausgelöst werden. Das erschwert die Einschätzung, wie stark denn die Böe sein könnte.

    In DK habe ich schon oft Schauerwolken bei angenehmen 4-5 Bft und Sonne erlebt, die plötzlich 6-8 Bft hatten und 5-10 Grad weniger Temperatur.

    In Spanien hatte ich 2x Hagelkörner wie Golfbälle, ablandige Sturm Böen und 30cm hohen Wasserstand auf den Strassen innerhalb weniger Minuten.

    Daher sollte man bei nahenden hohen Regenwolken mit starken Böen rechnen und ggf. rechtzeitig an Land gehen, zumindest am Meer oder Küste, denn das Material, das zum Grundwind passt, ist in der Regenböe viel zu gross und die Böe kann schon mal 20-30 min dauern, wenn die Wolke groß ist.

  • David1234
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    • 8. Dezember 2024 um 21:30
    • #3

    Super Erklärung, finde ich, besten Dank!

  • DI7
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    • 8. Dezember 2024 um 21:49
    • #4

    Es ist durch den Niederschlag abgekühlte und dadurch herabfallende und am Boden dann weitgehend ins Horizontale umgelenkte, bewegte Luft - die zum auf der Erdoberfläche herrschenden Wind hinzutritt.

    Surfer63 Ja, idR kommt die Böe schon vor dem Regen, kann sich aber unmittelbar zum Regeneintritt noch verstärken.

  • Surfer63
    Schlaufenfahrer
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    • 8. Dezember 2024 um 23:01
    • #5
    Zitat von DI7

    Es ist durch den Niederschlag abgekühlte und dadurch herabfallende und am Boden dann weitgehend ins Horizontale umgelenkte, bewegte Luft - die zum auf der Erdoberfläche herrschenden Wind hinzutritt.

    Surfer63 Ja, idR kommt die Böe schon vor dem Regen, kann sich aber unmittelbar zum Regeneintritt noch verstärken.

    Ja, dass stimmt, der Regen und Hagel kühlen die Luft in der Wolke ab, die dadurch schwerer wird und nach unten sinkt, so entsteht die vertikale Strömung in der Regenwolke, die dann zur Böe wird.


    So funktioniert auch grundsätzlich die Bora oder der Golfstrom, kalte Luft oder Wasser sinken ab und erzeugen dadurch Bewegung, ein sehr wichtiges Prinzip.

    Leider lässt der Golfstrom wohl nach, d.h. die Bewegung wird geringer und es kommt weniger warmes Wasser nach Europa, vermutlich weil das Wasser im Norden langsam wärmer wird.

  • Gerry
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    • 9. Dezember 2024 um 08:32
    • #6

    Es gibt auch Gebiete, wo der Wind bei Regen schlagartig weg ist. Mit Änderungen jeglicher Art ist bei plötzlich auftretendem Regen immer zu rechnen.

    Wenn mit Regen zu rechnen ist, beobachte ich immer den Himmel und halte mich möglichst da auf dem Wasser auf, wo ich auch sicher sein kann, wieder an den Startort zurück zu kommen.

  • Zuglufttier
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    • 11. Dezember 2024 um 20:14
    • #7

    Moin,

    alles total normal. Hier am Steinhuder Meer hast du in einem Moment 6 aus SW, im Schauer 8 oder nur 4, normal musst du im Schauer möglichst zurück kommen, kann sein danach ist gar nix.

    Halbe Stunde später sieht es wieder anders aus.

    Auch an der Nordsee ist es oft sehr wechselhaft.

    Die Gewissheiten von vor 20Jahren wo man wusste, es kommt ne Schauerböe, da muss man durch und danach ist weiter normal Wind, mein Eindruck ist so vorhersehbar ist es nicht mehr...


    Grüße

  • DI7
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    • 12. Dezember 2024 um 07:42
    • #8

    Es kommt auf die Stärke und Durchzugskraft des Gradientwinds in Relation zum Energiereichtum, dem Niederschlag und der Abkühlung in und unter der Wolke (die auch unterschiedlich hoch reichen kann) an.

    Vor der Wolke gibt es idR das beschriebene Plus zum Gradientwind, darunter und speziell dahinter ein Minus.

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