Wasser und der Wasserstand ist ein wichtiges Anliegen!
Weiden ging die letzten Tage mit 37 cm.
Ohne Grundberührung.
In Podersdorf muss man eher wissen, wo man fährt.
Winger sieht man auch noch, Motorschlauchboote und Segelboote auch.
Wasser und der Wasserstand ist ein wichtiges Anliegen!
Weiden ging die letzten Tage mit 37 cm.
Ohne Grundberührung.
In Podersdorf muss man eher wissen, wo man fährt.
Winger sieht man auch noch, Motorschlauchboote und Segelboote auch.
Mir kommt vor Siegmung ist der einzige den das noch interessiert - in den österr. Medien kommt der wasserstand des Neusiedlersee in meiner wahrnehmung nicht vor
hier der aktuelle newsletter
Was bedroht den Neusiedlersee ?
spätestens nach dem Sommer 2026 wird jeder den Klimawandel als ärgste Bedrohung nennen.
Doch reicht es, zu mahnen, um dann den ausgetrockneten See als Mahnmal herzunehmen ?
Nein ! Der Kampf gegen den Klimawandel verpflichtet uns zu:
a) CO2 Emissionen weltweit reduzieren, allerdings müssten alle Länder mitziehen
b) aktiv die Folgen des Klimawandels bekämpfen.
Und bei b) sehe ich die ärgste Bedrohung für den See:
Zitat
- 1) kollektives Verdrängen und Desinteresse
- 2) falsch verstandener Naturschutz
- 3) Untätigkeit
ad 1) kollektives Verdrängen und Desinteresse
Unangenehme Themen werden gerne verdrängt, man hofft, dass sie nie passieren.
Aussagen wie "Es wird schon wieder regnen", "der See ist schon oft ausgetrocknet und immer wieder gekommen" zeugen von einem typischen Verdrängungsprozess. Die Bedingungen bei der letzten Austrocknung 1865 und vor allem des Wiederfüllen waren überhaupt nicht mit heutigen Bedingungen vergleichbar.
Ich möchte hier einen Vergleich bemühen mit einem Menschen, der eigentlich todkrank ist und diese Tatsache systematisch verdrängt, obwohl die Symptome schon sehr eindeutig sind. Manchmal geht es ihm schlechter, dann wieder besser, dieses Auf und Ab unterstützt das Verdrängen. Aber der Trend geht eindeutig nach unten. Auch guter Rat von Freunden, zum Arzt zu gehen wird ignoriert. Stattdessen diskutiert man endlos, ob es überhaupt sinnvoll wäre zum Arzt zu gehen und ob man überhaupt krank wäre.
Ähnlich ist es mit dem Neusiedlersee. Das Auf und Ab unterstützt das Verdrängen.
Doch Verdrängen ist gefährlich, das böse Erwachen kommt schneller. als einem lieb ist.
Vielleicht gibt es Psychologen under der Leserschaft, die dieses kollektive Verdrängen genauer beschreiben können.
ad 2) falsch verstandener Naturschutz.
Viele österreichische Seen sind mit Bauprojekten regelrecht zugepflastert, ähnlich sieht es an den Küsten und Stränden vieler internationaler Urlaubsorte aus.
Der Neusiedlersee aber ist glücklicherweise vor fragwürdigen Bauprojekten weitgehend verschont geblieben. Das ist einem sehr "restriktiven Naturschutz" der letzten Jahrzehnte zu verdanken, wir können froh darüber sein.
Heute stehen wir mit dem Klimawandel aber vor ganz anderen Herausforderungen.
Sehr oft hört man das reflexartige Argument "ja nicht eingreifen, die Natur macht das schon". Oft steckt eine Ideologie dahinter, die aber jegliche Handlungsfähigkeit blockiert.
Denn wir Menschen haben bereits stark eingegriffen (Einserkanal, Schilfwachstum gefördert, Klimawandel), jetzt dürfen wir uns nicht mir Untätigkeit aus unserer Verantwortung stehlen.
Jetzt müssen wir Renaturieren, also "aktiv eingreifen". Die Naturschutzgesetze sprechen eindeutig von "alles in der Macht stehende ist zu tun, um den Naturraum zu erhalten".
Ein "ja nicht eingreifen" stellt sich gegen diese Naturschutzgesetze und ist falsch verstandener Naturschutz.
Ein wichtigen Umdenken ist erforderlich, vom restriktiven zum aktiven Naturschutz.
Es kann sein, dass dieses Umdenken für manche nicht einfach ist. Bis jetzt wurde Schilf extrem stark geschützt, d.h. immer der "restriktive Naturschutz" angewendet. Mittlerweile sollte aber der Zusammenhang mit der enormen Verdunstung klar werden. Für den Klimawandel und für das überbordende Schilfwachstum sind wir Menschen verantwortlich..
Aktiver Naturschutz würde bedeuten dass z.B. mithilfe von Maschinen ein "günstiger Erhaltungszustand" hergestellt wird.
Bleibt zu hoffen, dass dieser Gesinnungswandel rasch vonstatten geht.
Renaturieren 1: Schilfbestand verringern auf ein Niveau von ca 1950
Renaturieren 2: Wassermengen des Einserkanals wieder für den See verfügbar machen.
Abb.: historischer Schilfbestand, Grafik: Kopf & Fischer-Nagel (1986/1987)
Details: https://www.breitenbrunn-neusiedlersee.at/Schilfguertel.html Seit 1967 ist der Bestand weiter stark gewachsen.
ad 3) Untätigkeit und Alibihandlungen
Man sollte meinen, dass die See-Grundbesitzer vitales Interesse am Fortbestand des Sees haben. Schon alleine der Erhalt des Wertes ihrer See-Liegenschaften sollte Grund genug sein. Die Verantwortung für den Naturraum, der im eigenen Besitz ist sollte ein weiterer Grund sein. Leider erkennt man keinerlei Engagement. Gerade beim Thema Schilfreduktion (Verdunstung reduzieren) haben die See Grundbesitzer eine wichtige Schlüsselrolle und sollten eigentlich bereits von sich aus nach Lösungen suchen.
Der Tourismus wäre das erste Opfer einen ausgetrockneten Sees. Man sollte denken, Tourismus-verantwortliche üben bereits massiven Druck auf Politik und auf die für den See Verantwortlichen aus und drängen auf rascheres Handeln und deutlich mehr Engagement. Davon ist überhaupt nichts zu merken.
Naturschutzverantwortliche und NGOs: den einzigartigen Naturraum Neusiedlersee zu erhalten sollte oberstes Ziel sein. Leider kommen keinerlei konstruktive Vorschläge, wie man den See als See erhalten könne. Im Gegenteil, die einzige zur Diskussion stehende Lösung, die Donauzuleitung wird mit teils fragwürdigen Argumenten torpediert ohne funktionierende Gegenvorschläge zu haben.
Untätigkeit, um dann den ausgetrockneten See als Mahnmal für den Klimawandel herzunehmen wäre vollkommen verantwortungslos.
Seit Jahrzehnten wird die Donauzuleitung als aller-einzige Lösung gehandelt, den See zu erhalten. An der Planung wird auch gearbeitet, nur das Projekt ist schwierig und langfristig. Schon vor dem Rekord Niedrigstand der Donau 2026 galt es als fast unmöglich, die notwendige Zustimmung der Donaustaaten für eine Ausleitung zu bekommen. Grundstückablösungen, UVPs, Finanzierung, Bau etc. benötigen viele Jahre bis Jahrzehnte. Trotz jahrzehntelanger Diskussion zeichnet sich kein Weiterkommen ab.
Es stellt sich die Frage, warum nicht schon früher erkannt wurde, wie schwierig eine Donauzuleitung umzusetzen ist. Warum hat man nicht schon viel früher über Alternativen nachgedacht ?
der Weg nach vorne wäre:
- Verdunstungsmanagement - ein erster wichtiger Schritt mit der aktuellen Verdunstungs- Studie ist getan. Falsch wäre allerdings jetzt 3 Jahre auf das Ergebnis zu warten um sich dann wieder in endlosen Diskussionen zu verlieren. Parallel müssen jetzt rasch praxisgerechte Methoden erarbeitet werden, die Schilf-verdunstung zu verringern. Hier sind wir ganz am Anfang. Die See-Eigentümer zeigen hier leider überhaupt kein Engagement und fühlen sich gar nicht angesprochen. Ein Umdenken im angewandten Naturschutz ist ebenfalls dringend notwendig.
- Wassermengen des Südteils: (Einserkanal , Ikva, Rabnitz). Es gäbe sehr viel Potential, aber ob es neue Gespräche mit der neuen ungarischen Regierung über dieses Thema gibt ist unklar.
An alle, die diesen Newsletter lesen:
Die Zeichen der Zeit zu erkennen und einen Weitblick zu haben ist eine Gabe, die nicht jeder hat. Bitte geben Sie Ihren Weitblick und Ihre Sorge über den See an andere weiter, die die Lage noch verdrängen und im Abwarten und Untätigkeit verharren.
Vielen Dank an alle, die für den Erhalt des Neusiedlersees arbeiten!
Mit der gleichzeitigen Bitte um noch mehr Engagement, denn wir sehen, wie die Zeit drängt .
freundliche Grüße,
Ing. Herbert Siegmund
http://www.siegmund.one/?pk_campaign=eM110324
Leiten Sie diese info gerne an Personen weiter, die am See interessiert sind.
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