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Gleiten und Strömung

  • David1234
  • 8. Dezember 2024 um 21:36
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    • 8. Dezember 2024 um 21:36
    • #1

    Hallo liebe Expert*innen und Erfahrene!

    Ich bin heute die meiste Zeit entweder ziemlich genau gegen oder ziemlich genau mit der Strömung gefahren. Nun hatte ich das Gefühl, dass ich auf dem Weg gegen die Strömung leichter ins Gleiten gekommen bin als mit der Strömung.

    Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das wirklich so war, ich kannte das Revier noch nicht und der Wind war böig, ist aus unterschiedlichen Winkeln eingefallen und hat teilweise auch in den Böen etwas die Richtung geändert. Es könnte also auch sein dass ich in die eine Richtung stärker abgefallen und deshalb eher geglitten bin.

    Wie sind so Eure Erfahrungen mit Gleiten und Strömung? Danke!

  • Surfer63
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    • 8. Dezember 2024 um 23:19
    • #2

    Meine Erfahrung in Strömung ist, dass ich eine etwas größere Finne brauche, weil die Strömung die Effizienz der Finne verändert.

    Mit der Strömung gesurft reduziert sie die Effizienz, da weniger Druckunterschied entsteht, daher gleitet man schlechter an und ist anfälliger für Spin Out.

    Gegen die Strömung erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit und damit Druck, man gleitet besser an und kann mehr Druck geben. Am Ende ist man aber langsamer, über Grund, da man ja die Strömung gegen sich hat.

    Zu viel Strömung macht mir daher wenig Spaß, da ja auch die Gefahr besteht, daß nach einem Sturz das Material schneller wegtreibt, als man schwimmen kann.

  • Michlsurf
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    • 8. Dezember 2024 um 23:45
    • #3
    Zitat von Surfer63

    Meine Erfahrung in Strömung ist, dass ich eine etwas größere Finne brauche, weil die Strömung die Effizienz der Finne verändert.

    Mit der Strömung gesurft reduziert sie die Effizienz, da weniger Druckunterschied entsteht, daher gleitet man schlechter an und ist anfälliger für Spin Out.

    Gegen die Strömung erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit und damit Druck, man gleitet besser an und kann mehr Druck geben. Am Ende ist man aber langsamer, über Grund, da man ja die Strömung gegen sich hat.

    Zu viel Strömung macht mir daher wenig Spaß, da ja auch die Gefahr besteht, daß nach einem Sturz das Material schneller wegtreibt, als man schwimmen kann.


    SUPER-FORUM HIER: (!!)

    Interessante Grundsatzfragen => Klasse Erläuterungen :thumbup:

    Danke an David1234 , Surfer63 und DI7

  • DI7
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    • 9. Dezember 2024 um 07:50
    • #4

    Strömung ändert den scheinbaren Wind in dessen Stärke und Richtung - und das in aller Regel nicht auf jedem Bug gleich.

    Swell hat einen ähnlichen Einfluss.

  • Kabbel-bei-WNW
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    • 9. Dezember 2024 um 16:13
    • #5

    Jo, wir sagen auch immer, dass, wenn man mit der Strömung fährt, diese einem ein paar Knoten Wind "klaut".

    Surfer63 hat es sehr gut erklärt :)

  • DI7
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    • 9. Dezember 2024 um 16:36
    • #6

    Auf Vorwind oder tiefer Raumen stimmt das sicher ...

    Fährt man zB Am Wind und die Strömung wirkt in Fahrtrichtung wird der scheinbare Wind hingegen stärker (= mehr kn).

  • David1234
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    • 9. Dezember 2024 um 18:35
    • #7
    Zitat von Michlsurf

    SUPER-FORUM HIER: (!!)

    Das sehe ich auch so, besten Dank an alle die das hier am Laufen halten! :*

  • David1234
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    • 9. Dezember 2024 um 21:46
    • #8

    Die Erklärung von Surfer63 verstehe ich (glaube ich) und passt zu meinen Erfahrungen. Die Erklärung von DI7 verstehe ich nicht. Vielleicht könntest Du noch mal ein bisschen genauer erklären was Du meinst - und ob das im Widerspruch zu dem steht was etwa Surfer63 und Kabbel-bei-WNW schreiben oder das vielmehr konkretisiert? Danke!

  • Kabbel-bei-WNW
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    • 9. Dezember 2024 um 22:16
    • #9

    Also der Vortrieb kommt beim Windsurfen ja durch die Gegenläufigkeit von Segeldruck (im Segel) und Lateraldruck (auf die Finne) zustande.

    Jetzt drückt dich das Segel in die eine Richtung. Natürlicherweise läuft der Druck auf die Finne in die entgegengesetzte Richtung. Wenn du Strömung hast, die auch in die entgegengesetzte Richtung läuft, verstärkt es die gegenläufige Kräfte und du kommst schneller ins Gleiten.

    Wenn jetzt aber Strömung in die gleiche Richtung wie der Segeldruck wirkt, wird der gegenläufige Lateraldruck abgeschwächt. D.h. geringere Differenz zwischen Segeldruck und Lateraldruck, d.h. man kommt langsamer in Fahrt.

    Wenn im unteren Windbereich die Strömung stark ist, und Wind und Strömung in die gleiche Richtung gehen, dann kann es sogar gefährlich werden, wenn du überhaupt nicht mehr in Fahrt kommst. Im Gezeitenrevier besteht z.B. bei Springtide ein gewisses Risiko, weil die Strömung dann ungewöhnlich stark sein kann. Den Kitern fallen dann im schlimmsten Fall manchmal die Kites vom Himmel, weil kein Druck mehr - obwohl offensichtlich Wind da zu sein scheint.

    Deswegen empfehle ich dir unbedingt, an deinen Spots auch Gezeiten zu checken. Und Gezeiten sind am Meer immer da, auch wenn man so etwas wie Ebbe nicht unbedingt sieht.

    Die Aussage von DI7 verstehe ich auch nicht so ganz, bzw. deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Ich weiß aber auch längst nicht alles und lerne gerne Neues dazu ;)

  • DI7
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    • 9. Dezember 2024 um 23:15
    • #10

    Bislang habe ich ausschließlich vom Einfluss der Strömung (current) auf den scheinbaren Wind (apparent wind) geschrieben.

    Ihr sprecht von allem Möglichen, aber zumeist nicht davon.

  • Surfer63
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    • 9. Dezember 2024 um 23:30
    • #11
    Zitat von DI7

    Auf Vorwind oder tiefer Raumen stimmt das sicher ...

    Fährt man zB Am Wind und die Strömung wirkt in Fahrtrichtung wird der scheinbare Wind hingegen stärker (= mehr kn).

    Das ist schon richtig, denn man wird als Surfer durch die Strömung schneller, der scheinbare Wind kommt auf Amwind dadurch etwas spitzer und ist stärker, als ohne Strömung bei gleichem Wind und Kurs.

    Das ist aber die Wirkung der Strömung auf das Segel, an der Finne bewirkt die Strömung je nach Kurs andere Dinge und jeweils zusätzlich zum Segel.

    D.h. zur kompletten Beantwortung der Frage müsste man die Hauptkurse für Finne und Segel betrachten, mit und gegen die Strömung.

  • DI7
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    • 10. Dezember 2024 um 08:07
    • #12

    Am Wind ist natürlich relativ und hier auf Windsurfer bezogen - und daher meist deutlich größer als ca 45° zum True Wind. Etwas weiter gedacht betrifft die Aussage "Fährt man zB Am Wind und die Strömung wirkt in Fahrtrichtung wird der scheinbare Wind hingegen stärker (= mehr kn)." zumindest alle Kurse höher als Halbwind. Oder noch tiefer, solange der scheinbare Wind noch vorlicher als querab einfällt.

  • DI7
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    • 10. Dezember 2024 um 08:14
    • #13

    Generell gesprochen befürchte ich, dass wohl etwas mehr schwer zu fassende Phänomene der "Strömung" zugeschrieben werden als diese wirklich verursacht.

    Beispiel: Side-on schlechte Winkel zu fahren, kann vielerlei Gründe haben.

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    • 10. Dezember 2024 um 08:53
    • #14

    Ich wohne am Rhein. Es sind bis ca. 10 Km/h Strömung. Die Surfer die dort hin und wieder surfen fahren ca. 0,5 qm kleiner als normal.

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  • DI7
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    • 10. Dezember 2024 um 10:29
    • #15

    Strömung ändert oft den Anströmwinkel und die Anströmgeschwindigkeit ua der Finne.

    Dasselbe gilt für das Rigg.

    Spült einen die Strömung (zB direkt) gegen den Wind, wird man das Segel kleiner fahren können als ohne Strömung. ZB Rhein fließt bei NW-Wind nach NW.

    Bei weniger idealen Winkeln wird es komplizierter.

    Hinzu kommt beim Rhein-Beispiel, dass man weniger Höhe machen muss. Und in Summe nennenswert tiefer fahren kann. Auch dadurch kann man ein kleineres Segel fahren.

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    • 10. Dezember 2024 um 10:34
    • #16
    Zitat von Kabbel-bei-WNW

    Deswegen empfehle ich dir unbedingt, an deinen Spots auch Gezeiten zu checken. Und Gezeiten sind am Meer immer da, auch wenn man so etwas wie Ebbe nicht unbedingt sieht.

    Gezeiten checken ist eh klar... davon hängt ja nicht nur die Strömung ab, sondern v.a. auch die Wassertiefe. Ich komme ja eigentlich vom Wellenreiten und da sind die Gezeiten natürlich zentral, nicht nur die jeweilige Zeit von Low und High, sondern auch der Koeffizient, also der Unterschied zwischen High und Low Tide. Das ist je nach Mondphase schon krass unterschiedlich.

    Deine Erklärungen zum Surfen bei Strömung verstehe ich und decken sich ja auch mit dem was Surfer63 schreibt, und meinen Erfahrungen. Das was DI7 schreibt versuche ich noch zu verstehen, ist eine komplexe Angelegenheit... ;)

  • Michlsurf
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    • 10. Dezember 2024 um 10:54
    • #17
    Zitat von David1234

    da sind die Gezeiten natürlich zentral, nicht nur die jeweilige Zeit von Low und High, sondern auch der Koeffizient, also der Unterschied zwischen High und Low Tide. Das ist je nach Mondphase schon krass unterschiedlich.

    Nicht nur beim Wellenreiten. Auch beim Solitär-Windsurfen ist die Kenntnis über Tidestand und Koeffizient unabdingbar.

    (Macht schon Sinn zu Wissen ...wie es gerade strömt und in welchem Ausmaß ...;)....)

  • David1234
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    • 10. Dezember 2024 um 11:21
    • #18

    Kennt wer einen guten Text zu den physikalischen Grundlagen des Gleitens und Angleitens, also welche Faktoren eine Rolle spielen und welche Kräfte auf was einwirken? Ich würde mich über einen Link freuen.

    Eine andere Frage: Angenommen ein Mensch surft gut angepowert direkt gegen eine starke Strömung von, sagen wir, 20 Knoten. Könnte dieser Mensch ins Gleiten kommen, auch wenn er sich relativ zum Ufer/ Grund nicht nach vorne bewegt? Also wenn die Bewegung nur relativ zum Wasser ist? Spontan würde ich sagen ja... bin mir aber überhaupt nicht sicher :)

  • Michlsurf
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    • 10. Dezember 2024 um 11:48
    • #19

    Klares Ja . ... Bauchgefühl..... :):S....

    => Er gleitet dann quasi auf der Stelle 8) ... (bei genau 20 KN Boardgeschwindigkeit)

    Einmal editiert, zuletzt von Michlsurf (10. Dezember 2024 um 11:54)

  • okidoki
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    • 10. Dezember 2024 um 11:49
    • #20

    Physikalisch.....ich habe was gefunden unter google....

    https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/3526589

    durchgelesen habe ich es mir nicht, werde ich aber später tun. Bin selber gespannt. die "Praxis" kennen wir ja eh alle :)

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