Moin,
Neulich klang das Thema ja anderswo einmal kurz an. Habe jetzt länger gegrübelt, ob ich es wirklich mal aufmache. Einen Versuch ist es wert. Falls doof, Thread einfach schließen ![]()
Vielleicht mal kurz meine eigene Erfahrung als Frau im Windsurfen.
Habe Mitte 20 unseren tollen Sport begonnen. Im Urlaubs-Grundkurs waren wir eine bunte Truppe von jung (Seepferdchen) bis alt (Käptn Ahab
). Und auch Männer und Frauen gleichermaßen.
Als ich dann das erste Mal eigenes Material zusammengesammelt habe, wurde es schon schwierig. Die üblichen Aufsteiger-Empfehlungen (Board von 130 bis 140 l) waren halt für mich nicht passend. Hat ja eigentlich noch nix mit Geschlecht zu tun - ich könnte ja auch einfach sagen, die Empfehlungen wären für Menschen mit einem Körpergewicht von rund 50kg nicht passend. Da musste man sich dann selbst die Materialgrößen herleiten. Zum Glück gab es dann auch Händler - und Surf-Foren
- Wo man alle Informationen zusammentragen konnte. Eine richtige SurferInnen-Truppe hatte ich in den ersten Jahren nämlich noch nicht. Die Kontakte sind erst mit den Jahren gekommen.
Ja und in Surf-Zeitschrift und Herstellerwerbung waren Frauen auch ziemlich unterrepräsentiert, was ich schade fand. Auch weil ich den Eindruck hatte, dass Frauen in anderen Sportarten, wie dem Kiten, eine größere Rolle spielen. Am meisten getroffen hatte mich mal ein Reisebericht in der Surf über irgendeine exotische Ecke dieses Planeten, wo der Autor geschrieben hatte (weiß es leider nicht mehr wörtlich, aber im Sinne von) "nachdem ich meine Frau in der flachen Bucht mit Einsteiger-Freerider von der Station versorgt hatte und sie somit beschäftigt war, konnte ich die echten Wellen erkunden". Ich dachte nur so - das hätte man irgendwie auch anders ausdrücken können.
Naja und nu, knapp zehn Jahre später, würde ich von mir behaupten, einigermaßen Windsurfen zu können. Ich habe mein eigenes Material, meinen eigenen Bus, meine eigene Real-Life-Surf-Community, meine virtuelle Community hier(![]()
), und habe inzwischen auch viele Surffreundinnen, die auch mal die geilen Wellen erkunden und auch so bekloppt sind, bei 11 Grad und Regen in die Schmodder-Nordsee zu springen.
Ich fühle mich nicht mehr wie ein Alien. Beim Material kann ich einschätzen, was ich brauche. Inzwischen kann ich im Surfshop auch erkennen, ob mich jemand ernsthaft berät oder mir nur irgendwas andrehen möchte.
Aber der Weg dahin war gar nicht so einfach. Ich kann mir vorstellen, und das ist jetzt wirklich mal eine ganz persönliche Meinung, dass Frauen gerade in der Anfangszeit im Sport Unterstützung brauchen hinsichtlich Materialauswahl, wie umgehen mit unterschiedlichen Bedingungen (vor allem ermutigen, wenn es mal nicht gut lief!) etc. Die ruppigen Kräfte hinterm Segel sind halt was anderes als Zumba und Pilates, ohne das abwerten zu wollen. Es gibt aber Wege, wie man auch mit zarten Ärmchen mit garstigen Böen klar kommt und wie es dann auch richtig richtig Spaß machen kann.
Ich habe mich auch frei gemacht von diesem "Windsurfen muss ballern!!" und "überpowert ist gut!!". Es ist völlig ok, wenn man 18 Knoten lieber mag als 38.
Zum Thema jung/ alt - ich freue mich, wenn bei der PWA die Young Guns zeigen, was sie drauf haben. Und ich bewundere, wenn jemand über 70 ist und sauber die Halsen durchgleitet.
Natürlich ist jede Frau, jeder Mann und jeder Mensch individuell und das, was ich geschrieben, habe, war jetzt wirklich meine persönliche Sicht auf die Dinge und ich will auch nicht verallgemeinern. Eher Denkanstöße geben und auch wirklich nicht provozieren. *peace* ![]()
Und bei euch so?
Aloha!