Grundlegende Ausweichregeln - Kleines Windsurf 1x1

  • Einige konkrete VorschlĂ€ge (außerhalb eines Systems) gibt es hier ja schon.


    Dass andere diskussionslos (oder per Diskussion an einem anderen Ort) gratis eine mWn Weltneuheit erschaffen sollen, das kann man sich natĂŒrlich wĂŒnschen ...


    So wie man sich Steuergesetze und Straßenverkehrsordnungen, die auf einem Bierdeckel Platz haben, wĂŒnschen kann.


    Einfachheit ist ein gutes und wichtiges Ziel. Hat aber ihre Grenzen (ua im Sachlichkeitsgebot).


    Bitte auch den Arbeitsauftrag deutlich klarer formulieren (wo?, zwischen wem? ...).


    Dann bitte noch dazu sagen, welche völkerrechtlichen Vereinbarungen, Gesetze etc warum einfach plötzlich nicht mehr gelten sollen, oder wo es die Mehrheiten dafĂŒr zu finden gibt.


    Dann bitte noch ordentlich finanzielle Mittel und Zeit bereitstellen - mindestens so viele wie die (Spaß-)Motorboot-Lobby ...


    Zwischenzeitlich bleibt es wohl bei der Informationspflicht und Holschuld fĂŒr jede(n) Einzelne(n). (vgl sheshe in #27 an Ende)


    Alternativ könnten zB SportverbÀnde zusÀtzliche Verkehrsnormen schaffen wollen, die dann unter bestimmten PrÀmissen auch haftungsrechtlich wirken.


    Muss jede Diskussion in diesem Forum allen Usern was bringen? Echt jetzt?

    Muss eine jede Userin, ein jeder User ĂŒberall hin mitgenommen werden?


    Dass sich der Überholer freizuhalten habe, kommt aus der historischen Normsetzung gemĂŒnzt auf alle unterschiedlichen Arten von Wasserfahrzeugen untereinander und hatte nicht Segelfahrzeuge untereinander im Blick und gilt fĂŒr diese (oder Windsurfer) nicht auf allen Revieren.


    HĂ€ufig und nach KVR sind wir Windsurfer ausweichpflichtig, wenn wir uns von hinten mit deutlichem GeschwindigkeitsĂŒberschuss einem sehr langsamen Motorboot nĂ€hern.

  • Man sollte jederzeit wissen, was weit (sehr weit) rundum das eigene Board los ist, und wo sich Kollisionskurse ergeben könnten (Ausguck, im Zweifel Kollisionskurs annehmen).


    So bald es kritisch wird (und bis zum Manöver des letzten Augenblicks) gibt es nur noch Kurshaltepflicht und Ausweichpflicht.


    "Habe ich nicht gesehen" - gibt es vom System her eigentlich nicht. Auch nicht als Ausrede (egal ob wahr oder nicht).


    Ein einen Kollisionskurs schaffendes/verstÀrkendes Manöver darf man nicht machen, wenn man ausweichpflichtig ist und auch dann nicht, wenn einen bereits die Kurshaltepflicht trifft.


    Der Überholer darf bis zuletzt darauf vertrauen, dass der andere seiner Kurshaltepflicht nachkommt.


    Der sichere Passierabstand muss nicht irgendein Manöver oder eine relevante KursÀnderung des Kurshaltepflichtigen einkalkulieren.


    Das heißt vor jedem Manöver (Wende, Halse, Sprung, ...) schauen, dass man genug Platz dafĂŒr hat und fĂŒr etwas mehr als die Manöverdauer haben wird. Durch ein Manöver entstehen ja oft neue VerhĂ€ltnisse zueinander, auf die der andere erstmal reagieren können muss.


    Windsurfer dĂŒrfen sehr schnell fahren, weil sie dann sehr wendig sind und dennoch sehr kurze Bremswege haben.

  • Ich bin so langsam, ich kann niemandem die Vorfahrt nehmen. đŸ€™đŸ˜œ

    Gibt es auch Regeln am Beach?

    Ein paar Spezialisten kommen mit ihrem Zeug aus dem Wasser und legen es dort ab, wo alle durch mĂŒssen.

  • Die Regeln am Wasser sind ja eigentlich einfach, wie oben beschrieben, aber man erfĂ€hrt sie nur, wenn man einen Schein gemacht hat, oder sich dafĂŒr interessiert.


    Aber viele sehen ja Wassersport als rechtsfreie Zone zum Ausleben der Sportbegeisterung an, daher sind Kurse und Ausbildung oft verpönt.


    Soweit sogut, wenn man relativ alleine ist, aber fĂŒr ein respektvolles Verhalten am Parkplatz, Strand oder im Umweltschutzgebiet sollte man sowas gar nicht brauchen, da das Teil der allgemeinen Erziehung sein sollte.


    Allerdings hat sich das zumindest an meinen Spots deutlich gebessert, auch Kiter werden Àlter und haben teure Womos, Hunde und Familie, damit hat auch eine gewisse Sozialkontrolle Einzug gehalten. Der Umgang und das Verhalten ist jedenfalls viel entspannter geworden, Ausnahmen wird es immer geben.

  • Bei relativ langsamen Segelbooten hat man normalerweise genug Zeit die Lage einzuschĂ€tzen

    Ich habe gerade bei Segelbooten hier schon nicht so gute Erfahrungen gemacht. Manche rechnen einfach nicht damit, dass plötzlich ein deutlich schnellerer Surfer sie ĂŒberholen könnte. Ich wollte einmal gut angepowert ein Segelboot in Luv mit sicher 15 Meter Abstand ĂŒberholen, als dessen - offensichtlich recht unerfahrene - Besatzung dann ohne irgendwohin zu schauen plötzlich energisch fĂŒr eine Wende angeluvt hat. Als ich dann das Boot plötzlich quer vor mit in meinem Kurs hatte, habe ich irgendwie reflexartig geschafft abzufallen und bin dann in Lee vorbei. Seitdem ĂŒberhole ich Segelboote immer mit deutlich mehr Abstand, und bin darauf vorbereitet, ggf. kurzfristig auf plötzliche Manöver reagieren zu mĂŒssen.

  • Hatten wir auch .... ein Windsurfer war so stumpf und sagte das doch jeder drum rum laufen kann. Sein Material lag gefĂŒhlt 2 Stunden dort. Er war mit der zweiten Kombi draußen. Naja - als er wieder kam lag sein Zeugs woanders ;)

    Noch besser und gerne am Steinhuder Meer anzutreffen, die mitreisenden Familienmitglieder, die im Liegestuhl ganz vorne an der Wasserkante chillen...am besten zu 5. nebeneinander...da spendiere ich beim queren gerne ein paar Wassertropfen vom Segel....


    GrĂŒĂŸe

  • Noch besser und gerne am Steinhuder Meer anzutreffen, die mitreisenden Familienmitglieder, die im Liegestuhl ganz vorne an der Wasserkante chillen...am besten zu 5. nebeneinander...da spendiere ich beim queren gerne ein paar Wassertropfen vom Segel....


    GrĂŒĂŸe

    Genau die Situation hatte ich am DĂŒmmer : vor der etwa 8m breiten Ausstiegsrampe machte sich eine Familie breit. Sie wollten gar nicht ins Wasser.... auf die freundliche Ansprache sie behindern den Ein- / Ausstieg fĂŒr zig Surfer kam nur die flappzige Antwort, man könne ja liegen wo man will. Klar kann man - die Klima-Kleber sitzen ja auch ĂŒberall.

    Als ich dann mit meinem Sl-Gedöns vom Wasser kam, viel doch glatt mein Segel ins Wasser und ich hatte beim rauftragen bestimmt 2 l Wasser im Segel. NatĂŒrlich ist es durch ein Mißgeschick genau ĂŒber dem Deckenlager runtergeschwappt - komisch - vielleicht ein Böe die unters Segelgegreiffen hat?

  • paar mal im Jahr kommen Kats auf dem Förmitz aufs Wasser. In der Regel unproblematisch, da langsam und berechenbar.


    Einer hat einen mach1 Kat - der geht ganz gut, er wird vor den Windsurfern schnell, Speed unter den Surfern und Windfoilern. Der war mir schon mehrmals aufgefallen - wenn ich zynisch bin, wĂŒrde ich sagen, dass er seinen Kat aggressiv ausrichtet und auch noch weiter den Kurs Ă€ndert, wenn Surfer/Foiler schon Ihren Kurs geĂ€ndert haben, um ihm auszuweichen (Ă€lterer drahtiger Typ).


    wir kamen da nach der Halse vor dem Surfclub raus, 7-8 Windsurfer, Winger und ich, als er auf uns zuvor. Kam dann zu einer AnnÀherung, als eine Böe bei ihm einfiel. Er fiel ab, weniger als hundert meter vor uns. Nicht alle glitten von uns.


    Als er uns als Gruppe erreichte, hatte sich unsere bunte Truppe nach Lee und Luv getrennt. Waren ca. 10 meter zwischen uns, als er mit Volldampf durch die Gruppe rauschte.


    war die gefÀhrlichste Situation in den letzten Jahren. Der ganze Surfclub am Ufer hatte das mitbekommen - erzÀhlten mir nachher, dass der Mach1 Fahrer schon bekannt ist.

  • Das "Überholer hĂ€lt sich frei" hat irgendwer mal ohne rechtlichen Grund erfunden ...


    Wenn, dann sollte man sagen "Überholende Fahrzeuge sind ausweichpflichtig." und gleich dazu denken, dass die, die ĂŒbeholt werden, im Gegenzug kurshaltepflichtig sind.


    Wenn der Überholte seinen Kurs pflichtgemĂ€ĂŸ hĂ€lt, wird man ihn dabei als Überholer weder beim Kurshalten behindern noch gefĂ€hrden dĂŒrfen. Er darf Kurs halten. RegelmĂ€ĂŸig sind damit die Fahrtrichtung und die Geschwindigkeit gemeinsam gemeint.


    Solange wer kurshaltepflichtig ist, darf er nicht wenden oder halsen (oder springen) - bei Kollisionsrisiko. Schon deshalb muss er mE vor einer Wende oder einer stÀrkeren KusÀnderung auch nach achtern in Luv schauen und vorher das Kollisionsrisiko einzuschÀtzen. Daher ja meine Frage nach Interpretationen ab welchem Abstand die Kurshaltepflicht wirkt - vom Ufer achteraus bis zum Ufer voraus wÀre ja selten stimmig. Und was macht der Kurshaltepflichtige dann am Ufer angekommen?


    Weitere spannende Fragen: Wann darf der Kurshaltepflichtige Speed rausnehmen? Wann soll er gar? Überholen soll ja nicht zu lange dauern.

  • Es gibt auch die sichere Geschwindigkeit, die ein Wasserfahrzeug einhalten muss, daraus ergibt sich, dass man rechtzeitig stoppen können muss und nicht mit hoher Geschwindigkeit durch Gruppen fahren darf.


    Der Mach1 Fahrer hÀtte beim Unfall oder einer Anzeige daher schlechte Karten.

  • das problem war sein Abfallen, als die Böe in das Rigg des Kat einfiel - ca. 100 meter vor uns - wir waren zu dem Zeitpunkt in Lee - er in Luv. Er fiel also auf uns ab.

    Als er durch unsere Gruppe durchfuhr - wenn da eine weitere Böe ein gefallen wĂ€re - dann hĂ€tte er die halbe Gruppe in Lee umgenietet - habe kein anderes Wort dafĂŒr.

  • das problem war sein Abfallen, als die Böe in das Rigg des Kat einfiel - ca. 100 meter vor uns - wir waren zu dem Zeitpunkt in Luv. Er fiel also auf uns ab.

    Als er durch unsere Gruppe durchfuhr - wenn da eine weitere Böe ein gefallen wĂ€re - dann hĂ€tte er die halbe Gruppe in Lee umgenietet - habe kein anderes Wort dafĂŒr.


    Mal unabhĂ€ngig von jeglicher Vorfahrtsregelung: Wer solche Risiken durch eigenes Fehlverhalten herbeigefĂŒhrt – wie in diesem Fall wohl noch nicht mal unbedingt unbewusst – verhĂ€lt sich in aller erster Linie mal: A – sozial.

  • das problem war sein Abfallen, als die Böe in das Rigg des Kat einfiel - ca. 100 meter vor uns - wir waren zu dem Zeitpunkt in Lee - er in Luv. Er fiel also auf uns ab.

    Als er durch unsere Gruppe durchfuhr - wenn da eine weitere Böe ein gefallen wĂ€re - dann hĂ€tte er die halbe Gruppe in Lee umgenietet - habe kein anderes Wort dafĂŒr.

    Gute Korektur, hatte das nÀmlich nicht verstanden ;)


    Bei einem Kat muss man wissen, dass der anders als Segelboote in Böen besser abfÀllt, dabei aber gut beschleunigt. Wenn er anluvt in der Böe stellt es sich auf und könnte kentern.


    Das muss ein Kat Fahrer aber wissen und einplanen.


    Wenn er noch weiter auf euren See kommt mĂŒsst ihr das halt zur eigenen Sicherheit einplanen, und mal nett mit ihm reden, falls er euch absichtlich anvisiert.

    Ein Kat kann auch gut Höhe ziehen und braucht zum Wenden und Halsen viel Platz, daher ist viel Abstand der beste Schutz.

  • ja - hatte es eben korrigiert. Lee und Luv halt ...


    Die Böe liess ihn abfallen und dann sind 100 m Strecke auf eine Gruppe in Lee bei einem laufenden Kat eben nichts ...

  • ja - hatte es eben korrigiert. Lee und Luv halt ...


    Die Böe liess ihn abfallen und dann sind 100 m Strecke auf eine Gruppe in Lee bei einem laufenden Kat eben nichts ...

    Deswegen sind Kats auf engen Revieren auch sehr unbeliebt, zu schnell und zu wenig wendig, wenn der Pilot das Teil nicht beherrscht ;)

  • Abgesehen von den oben genannten Bemerkungen finde ich es sehr wichtig in brisanten Situationen, wie Kontakt mit Schwimmern, beengte Situationen mit anderen Wasserfahrzeugen, den direkten Blickkontakt zu wahren und gegebenenfalls Handzeichen geben oder ansprechen. Hat mir schon viel geholfen, auch wenn ich keine Vorfahrt hatte. Rechthaberei fĂŒhrt selten zum Ziel, eher zum Streit oder MissverstĂ€ndnis.


    Übrigens sind Schwimmer und Taucher im aufgewĂŒhlten Wasser und bei Gegenlicht weitaus die gefĂ€hrlichste Situation auf dem Wasser!


    Wenn ich entspannt auf Raumkurs herunterballere, lasse ich auch gerne mal einen Kollegen durch, der sichtlich krampfhaft um Höhe kÀmpft. Bei hoher Geschwindigkeit kann ein Windsurfer auch sehr schnell den Kurs Àndern um sich Raum zu schaffen.

  • Deswegen sind Kats auf engen Revieren auch sehr unbeliebt, zu schnell und zu wenig wendig, wenn der Pilot das Teil nicht beherrscht ;)

    Wasserfahrzeuge, die sich mit hoher, kalkulierbarer Geschwindigkeit bewegen, sind mir weitaus lieber als fette Segelyachten, die scheinbar kaum ihre Position verÀndern und einem beim Kreuzen dauernd wieder im Weg stehen. Zumeist ist auf den Booten auch meistens noch Party angesagt- Àltere Herren mit sehr jungen Bikinischönheiten plus Alkoholkonsum.

  • richtig - schwimmer und taucher sind saugefĂ€hrlich / gefĂ€hrdet - guter Punkt, Danke


    klar - und wen durchwinken wenns passt kommt auch immer gut - wenn grad einer seinen speedrun runterhaut oder einsteiger sich rummĂŒhen macht ein schlenker ja nix aus. ist mmn jetzt aber nicht unbedingt "ausweichregeln" sondern angenehmes benehmen


    leider verstehen schwimmer nur sehr selten dass sie (auf unseren salzburger seen) ausserhalb der strandbadbereiche eine boje dabei haben mĂŒssen. manche sind da beratungsresistent - die schwimmen mit ihren triathlonanzĂŒgen bei jedem wetter (was ja gut ist) sind aber kaum zu sehen - weder fĂŒr segler oder surfer, und auch nicht fĂŒr evtl. motorboote. selbst die wasserrettung hĂ€tte da schgon fast einen erwischt bei einem bergeeinsatz. wir versuchen da höflich und behutsam zu kommunizieren und bewusstsein zu schaffen

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